Digitaldirektdruck (DTG)
Besonderheiten, Vorteile & Druckdatenerstellung
Alles rund um das Direct-To-Garment Druckverfahren
Übersicht-Links
- Digitaldruck – eine Übersicht
- Siebdruck im Vergleich zu Digitaldruck
- Farben im DTG Druck
- Schwarz-Töne
- Transparenz
- Gestaltung & Datenvorbereitung für den DTG-Druck
- Das passende Textil
- Unterweiß und Doppeldruck
- Fazit und Cheat-Sheet
Digitaldruck – eine Übersicht
Was ist der Digitaldirektdruck?
Das Druckverfahren mit den vielen Bezeichnungen (Digitaldruck, DTG, Direct-To-Garment) ist noch relativ jung und wurde Mitte der 00er Jahre salonfähig. Bei diesem Druckverfahren wird ein Design direkt auf einen Stoff aufgetragen. Stell Dir hierbei einen modernen Bürodrucker vor der jedoch die Größe eines Kleinwagens hat und anstelle von Papier mit blanken T-Shirts, Pullover, Babybodys und so weiter gefüttert wird. Das beschreibt den Digitaldirektdruck in seiner simpelsten Form.
Welche Vorteile bietet der DTG Druck?
Da der Digitaldruck wie ein ganz normaler Drucker arbeitet hat er weniger Farbeinschränkungen als der klassische Siebdruck was wiederum mehr Freiheit bei der Gestaltung ermöglicht da Farbtöne nicht mehr anhand von Pantone-Vorgaben festgelegt werden müssen. Das macht den DTG Druck super flexibel da dein Design jederzeit durch dich angepasst und verändert werden kann, ganz ohne Vorabinvestitionen, Mindestlagerbestände und Vorbereitungskosten. Du als Gestalter musst dich nicht einschränken sondern kannst frei verschiedene Designs auf verschiedenen Textilien erproben.
Siebdruck im Vergleich zu Digitaldruck
Die Vorteile beider Druckverfahren im direkten Vergleich
Dieses Beispielmotiv wurde einmal im Digitaldirektdruck und im Siebdruck gedruckt.
- Die Farben im DTG Druck sind näher an der Originaldatei wohingegen der Siebdruck sich nach dem nächstbesten Pantone-Ton richten muss. Dies führt zu leichten Abweichungen.
- Die Sättigung im Siebdruck ist deutlich stärker als beim DTG Druck. Im Digitaldirektdruck sind satte, helle Farben möglich, bestimmte Farbtöne wie zum Beispiel Rot werden aber etwas matter (mehr Informationen hierzu im nächsten Punkt „Farben im DTG-Druck“).
- Das DTG Verfahren kann komplexe Designs umsetzen ohne Sie durch Farbreduzierung zu verändern. Besonders eignet es sich für Motive mit vielen Farben, gezeichnete Bilder, Farbverläufe und Fotos.
- Halbtöne sind im Siebdruck kein Problem, gehen im Digitaldruck jedoch auf Grund der kleinen Punktgröße unter. Erfahrungsgemäß eignen sich Halbtonraster mit weniger als 25lpi (lines per inch) um die meisten Details zu erhalten.
Farben im DTG-Druck
Hier siehst Du ein komplettes Farbspektrum frisch aus unserer Digitaldruckmaschine. Am schwersten zu treffen sind die hellen Rot-, Blau- und Grüntöne. Um dir einen kleinen Überblick zu diesen kniffligeren Farbtönen zu bieten findest Du hier einen Testdruck. Die obere Reihe stellt hierbei eine %Prozentuale Abstufung des Farbtons dar, die jeweils untere Reihe zeigt die gleichen Farbtöne allerdings als soliden Farbwert (den z.B. das Pipetten Werkzeug deines Grafikprogramms aus dem %-Wert Feld ermittelt hat).
DTG Druckdaten werden in RGB Werten angelegt und ausgedruckt. Daher sind besonders helle Farben wie Pastell- und Neontöne schwer umzusetzen. Als Hilfe hierzu stellen wir Dir eine Farbpalette mit RGB Werten bereit, die aus unserer Erfahrung einen satten Farbton erzielen:
Schwarz ist nicht gleich Schwarz
Im RGB-Spektrum ist Schwarz = #000000. Im Digitaldirektdruck ist dies leider nicht genau zutreffend. Nach vielen Testdrucken anhand von Daten der größten DTG-Druckereien hat sich der CMYK Wert 55,55,55,100 insbesondere auf hellen Stoffen bewährt.
Transparenz
Wie Du im Bild oben erkennst, sind Transparenzen unter 30% so gut wie nicht mehr sichtbar. Wir empfehlen daher niemals mit Transparenzen unter 30% zu arbeiten!
Gestaltung und Datenvorbereitung für den DTG-Druck
Die perfekte Digitaldruck-Datei
Die Basics:
- Dokumentformat: 14x16in (bzw. 35,56cm x 40,64cm)
- Farbmodus: RGB
- Die Datei muss einen transparenten Hintergrund haben (gespeichert als .png)
Ihr habt die komplette Druckfläche von 14x16in zur Gestaltung frei. Bedenkt aber, dass Vollflächige Motive auch höhere Druckkosten bedeuten. Auch die Druckzeit verlängert sich und somit Produktionszeiten, insbesondere bei größeren Bestellmengen.
Wenn das Textil in die Druckmaschine gespannt wird sieht das Ganze so aus:
Wichtiger Hinweis: Die Druckmaschine beginnt den Druck automatisch mit ca. 1cm Versatz. Das bedeutet, dass Motiv wird nicht direkt an der Kragenkante beginnen sondern ca. 1cm darunter. Wenn bei eurem Design also eine zentimetergenaue Platzierung wichtig ist, müsst ihr dies mit einberechnen. Legt Ihr euer Motiv z.B. mit einem Abstand von 5cm zwischen Motivkante und Datei-Oberkante an wird der Druck ca. 6cm vom Textilkragen starten.
Bedenkt auch, dass die Positionierung und Größe der Druckdaten für Damen und Herren Textilien je nach Motiv angepasst werden muss. In der Regel wird ein Druck auf einem Damen T-Shirt z.B. 1-2cm höher angesetzt als bei einem Herren T-Shirt.
Jedes Motiv bringt eigene Anforderungen mit sich. Im Laufe der Jahre haben sich folgende Druckgrößen bewährt:
- Ein großformatiger Brust oder Rückendruck: 28-30cm Motivbreite (Ein Rückendruck auch bis zu 32cm).
- Ein kleiner Pocket-Brustprint: 9-11cm Breite.
- Ein Hoodie (mit Bauchtasche) Frontdruck: Eine maximale Druckhöhe von 27cm (generell eignen sich hierzu Motive im Querformat besser).
Das passende Textil
Selbst die Beste DTG-Datei ist nur so gut wie der Stoff, auf dem sie gedruckt wird. Wo der Siebdruck durch dicken Farbauftrag auf vielen Stoffen eine gute Performance bietet ist das Ziel im Digitaldirektdruck ein möglichst flaches und nicht zu „brettiges“ Druckbild zu erzielen. Am besten eignen sich hierzu T-Shirts und Hoodies aus fein gesponnener Baumwolle bei denen die Fasern flach anliegen. Wir pressen alle Textilien vor dem Digitaldruck bei 2-3 Bar um deinem Design die perfekte Leinwand zu bieten.
Wenn du deine Kollektion planst ist eine vorherige Beratung zum richtigen Textil unbedingt zu empfehlen. Wir arbeiten seit Jahren mit verschiedenen Textilmarken und können dir genau sagen welches Textil ein optimales Druckergebnis liefert.
Vorbehandlung, Unterweiß & Doppeldruck
Vorbehandlung von Textilien (Pre-Treatment)
In Zusammenhang mit dem Digitaldirektdruck fällt häufig das Wort „Pre-Treatment“. Damit ist eine Vorbehandlung der Textilie gemeint welche unbedingt notwendig ist, wenn dein Design ein Weiß enthält oder Farben die heller sind als der zu bedruckende Stoff. Du kennst Pre-Treatment vielleicht schon aus vergangenen Einkäufen. Riecht ein bedrucktes Textil dezent nach Essig wurde es vorbehandelt.
Die Pre-Treatment Flüssigkeit wird in einer extra dafür eingerichteten Maschine aufgetragen und bildet auf den zu druckenden Stellen einen Film der das Einziehen der Druckfarbe in den Stoff verhindert. Auf schwarzen und stark farbigen Textilien wie zum Beispiel Rot sorgt das für ein strahlendes Farbergebnis und bindet gleichzeitig die Tinte an den Stoff.
Unser Pre-Treatment ist geruchslos und nach Öko-Tex Standard zertifiziert, somit frei von schädlichen Stoffen (dies trifft natürlich auch auf unsere Tinten zu).
Wichtiger Hinweis: Die Vorbehandlung verfliegt nach der ersten Wäsche aus dem Textil. Möchtest Du deine Designs als Label vertreiben empfehlen wir deine Kunden mit einem Inlay-Flyer bei der Bestellung darüber zu informieren. Alternativ bieten wir auch einen rundum-sorglos Waschservice an.
Unterweiß
Ist das Textil vorbehandelt und bereit mit der vollen Farbpalette bedruckt zu werden? Perfekt! Um dir ein akkurates Druckergebnis zu liefern wird die Druckmaschine nun erst ein Unterweiß drucken um allen Farben deines Motivs die richtige Grundlage zu bieten. Anschließend folgt ein zweiter Druckvorgang bei dem die Farben über das Weiß gedruckt werden. Beim Druck auf einem weißen Textil entfällt das Unterweiß natürlich.
Doppeldruck
Auf weißen oder hellen Textilien die ohne ein Unterweiß (und somit ohne Vorbehandlung) bedruckt werden, führen wir den Druckvorgang zweimal durch. Der Hintergrund hierzu ist simpel: Da auf hellen Stoffen keine Vorbehandlung erfolgt sinkt die Farbe direkt in den Stoff und hat das Pre-Treatment nicht als Haft-Grundlage. Dadurch verblassen Motive ohne Vorbehandlung schneller in der Wäsche.
Durch einen Doppeldruck hellt das Druckmotiv bei der ersten Wäsche minimal auf und bleibt danach stabil (Pro-Tipp: darum ist der DTG-Druck perfekt für Vintage-Designs geeignet). Trotzdem wird der Druck ohne Vorbehandlung immer etwas schneller verblassen als mit.
Fazit
Der Digitaldirektdruck bietet dir viele Möglichkeiten mit vergleichsweise geringem Aufwand. Er ist nicht ohne Grund eines der beliebtesten Druckverfahren von Print-on-Demand Anbietern. Wenn du deine Idee zuerst im kleinen Rahmen austesten möchtest ist der DTG-Druck sehr gut geeignet.
Für Designs mit klar definierten, reduzierten Farben und hohen Produktionsmengen empfehlen wir andere Druckverfahren
Bei Berücksichtigung der oben genannten Punkte wirst Du Druckergebnisse erzielen die deine Freunde, Familie & natürlich Kunden staunen lassen. Zum Abschluss findest Du hier unser Cheat-Sheet zum Digitaldruck mit den wichtigsten Eckdaten zur Motivgestaltung:
Download-Link zum DTG Cheat-Sheet